04. Mai 2023 – Stefan Angele

Tarifkonflikt für 90.000 Beschäftigte

Kommt jetzt der Streik im Hamburger Einzelhandel?

Streikende bei Streik vor dem Hamburger Rathaus
Foto: Radio Hamburg

Im Tarifkonflikt für 90.000 Beschäftigte im Hamburger Einzel- und Versandhandel haben die Arbeitgeber die Forderung der Gewerkschaft Verdi nach 2,50 Euro mehr Geld pro Stunde zurückgewiesen. Die Forderungen seien nicht erfüllbar. "Sie sehen eine durchschnittliche Anhebung der Löhne und Gehälter um mehr als 15 Prozent und in der Spitze sogar ein Plus von 26 Prozent vor", sagte die Verhandlungsführerin des Handelsverbandes Nord, Sandra Widmaier-Gebauer, einer Mitteilung zufolge.

Erste Verhandlungsrunde gescheitert

In der ersten Verhandlungsrunde am Donnerstag (04.05.) boten die Arbeitgeber der Mitteilung zufolge ein Entgeltplus von fünf Prozent in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten sowie steuerfreie Sonderzahlungen in Höhe von insgesamt 1.000 Euro. "Mit der Vorlage unseres Angebotes haben wir heute deutlich gemacht, dass die Unternehmen nicht allein dafür zuständig sind, die aktuellen Krisen zu kompensieren", so Widmaier-Gebauer. "Wir werden weit mehr Phantasie und Kreativität brauchen, um diese Tarifrunde zu lösen. Allein über die Entgelttabelle wird ein zufriedenstellendes Tarifergebnis allerdings nicht zu erreichen sein." Sie wies darauf hin, dass die hohe Inflation den privaten Konsum zulasten der Unternehmen bremse und zugleich deren Kosten erhöhe. "Unsere Branche steht massiv unter Druck, wie aktuelle Meldungen über Geschäftsschließungen, Schieflagen oder Insolvenzen auch prominenter Unternehmen zeigen."

Droht ein Streik?

Verdi-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp hatte am Vortag ebenfalls mit der hohen Inflation argumentiert: "Das bedeutet für die Beschäftigten eine extreme Belastung und unter dem Strich Reallohnverlust. Hier geht es schlicht und ergreifend darum, sich auch am Ende des Monats den Weg zur Arbeit oder den Wocheneinkauf leisten zu können. Das sind keine Luxusprobleme." Anders als die Arbeitgeber strebt Verdi eine Laufzeit des neuen Tarifvertrages von nur 12 Monaten an.

Weitere News On Air

Weitere Nachrichten aus Hamburg, Deutschland und der Welt hört ihr immer zur vollen Stunde bei uns im Programm. Holt euch einfach unsere kostenlose App, hört uns über euren Smartspeaker oder schaltet mit einem Klick unten auf den Playbutton das Webradio ein. Zum Nachhören gibt's das Ganze natürlich auch noch mal als Podcastangebot.

undefined
HAMBURG ZWEI Livestream
Audiothek